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Der BDEW informiert: Entwicklung der Entgelte bei Trinkwasser

Veröffentlicht von Dehmer (dehmer) am 19.12.2018

Nach einer aktuellen Analyse des BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. bewegen sich die Entgelte für Trinkwasser entlang der Inflationsrate. Andere essentielle Bereiche des täglichen Lebens wie Lebensmittel und pharmazeutische Erzeugnisse allgemein sind preislich stärker gestiegen.

 

Entwicklung der Entgelte bei Trinkwasser

Seit 2005 haben sich die Preise und Gebühren für Trinkwasser um 18,8 Prozent erhöht, während die Inflation um 18,2 Prozent anstieg. Damit ist die Entwicklung der Entgelte bei Trinkwasser entlang der Entwicklung der Inflationsrate zu sehen und die Wasserversorgung ist konstant günstig. Preisanpassungen finden in der Regel bei anstehenden Investitionen für die Qualität und Versorgungssicherheit statt.

 

Sinkender Wassergebrauch und Demografieentwicklung erfordern neue Tarifstruktur

In den letzten 27 Jahren hat sich der personenbezogene Trinkwassergebrauch von 147 Litern pro Tag im Jahr 1990 auf 123 Liter pro Tag im Jahr 2017 um 16,3 Prozent vermindert. Sinkende Trinkwassermengen pro Kopf verschärfen die bereits bestehenden Probleme der Infrastruktur. Damit gehen für die Wasserwirtschaft erhöhte Kosten für vermehrtes Spülen der Leitungen, Anpassungen der Dimensionierungen bis zum Rückbau von Netzen und Anlagen einher. Die hiermit verbundenen hohen Fixkosten sollten daher von allen Verbrauchern verursachungsgerecht getragen werden.

Eine Verlagerung der Preisanteile auf den Grundpreis ist sinnvoll: Denn die hohen Fixkosten fallen an, unabhängig davon, ob das Netz gering oder in hohem Maße genutzt wird. Es wird daher mehrheitlich von der Wasserwirtschaft eine schrittweise Umstellung der Tarife befürwortet. Dies belegt eine Expertenumfrage zum Umstellungsbedarf.

 

Veränderte Herausforderungen verstärken Anpassungsbedarf

Bei der langfristigen Sicherstellung der hohen Qualitätsstandards spielen verschiedene Herausforderungen künftig eine stärkere Rolle. Dazu gehören unter anderem:

Urbanisierung

Angesichts des Bevölkerungszuwachses in den Ballungsräumen wird zusätzliche Infrastruktur notwendig sein. In Gebieten mit sinkender Bevölkerungszahl werden die Anlagen hingegen technisch und infrastrukturell zurückgebaut werden müssen. Das macht kostenintensive technische Anpassungen erforderlich.

Klimawandel

Der Klimawandel wird in Deutschland immer stärker spürbar. Anhaltende Hitzeperioden lassen die Nachfrage nach Wasser regional und temporär steigen und belasten das Leitungssystem an Spitzentagen zusätzlich. Starkregenfälle erfordern den Bau neuer Regenrückhaltebecken und die Einrichtung weiterer Versickerungsflächen.

Veränderte Kreditbedingungen

Die veränderten Bedingungen erfordern von den Unternehmen neben den hohen Aufwendungen für Instandhaltung und Modernisierung zusätzliche Ausgaben für neue Anlagen. Sie werden dafür mehr Finanzmittel benötigen als bisher, die sie selbst erwirtschaften oder über Kredite finanzieren. Neue verschärfte Kreditbedingungen erschweren die Kreditaufnahme.

Steigende Umwelteinflüsse und -anforderungen

In unserer immer älter werdenden Gesellschaft steigt der Medikamentenverbrauch stetig, was zunehmend im Wasserkreislauf spürbar wird. Wirkstoffe, die der menschliche Körper nicht vollständig aufnimmt, werden in immer größerer Menge ins Abwasser abgegeben. Ihre Entfernung erfordert eine aufwendige Technik mit hohen Investitions- und dauerhaft hohen Betriebskosten.

Zurück zur Übersicht Zuletzt geändert am: 19.12.2018 um 10:35